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Vorstand des Tierschutzvereins ist nun rechtssicher gewählt

Am Mittwoch  den 28.10. erreichte den Tierschutzverein Odenwald die Nachricht des Vereinsregistergerichts, dass der im Rahmen einer neuerlich angesetzten Jahreshauptversammlung Ende Oktober neu gewählte Vorstand im Vereinsregister eingetragen wurde: Damit ist der Vorstand, der weitestgehend dem bereits im September 2019 bei einer außerordentlich einberufenen Versammlung gewählten Vorstand entspricht, nun auch nach den Vorgaben des Amtsgerichts Michelstadt rechtsgültig gewählt.

In Zweifel gezogen hatte die Wahl vom September 2019 der damals abgewählte Vorsitzende Georg Lenz: Er hatte Klage gegen seine Abwahl eingereicht. Das Amtsgericht Michelstadt hatte im Sommer jedoch dahingehend geurteilt, dass Lenz nie rechtmäßiger Vorsitzender des Tierschutzvereins gewesen sei. Gleichzeitig hatte das Gericht jedoch auch dem damals gewählten neuen, im Vereinsregister eingetragenen Vorstand auferlegt, baldmöglichst eine reguläre Mitgliederversammlung einzuberufen und darin noch einmal einen Vorstand zu wählen.

Auch dies hatte der einstige Vorsitzende Lenz zu torpedieren versucht, indem er gegen die alsbald fristgerecht terminierte Versammlung eine einstweilige Verfügung beantragte. Dem wurde vom Gericht zunächst stattgegeben; die Versammlung musste somit aufgrund eines einberufenen Verhandlungstermins abgesagt werden. Kurz vor dem Verhandlungstermin erhielt der Verein dann die Mitteilung des Gerichts, „durch Zeitablauf“ habe sich die Verhandlung erledigt. Damit konnte umgehend ein weiterer Termin für eine Mitgliederversammlung festgelegt werden, der dann auch wie geplant stattfand.

Der dabei gewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender ist Dieter Bernd, sein Stellvertreter Dennis Bernd. Kassenwartin ist Anika Engelke, Schriftführerin Andrea Hofferberth. Als Beisitzer gehören dem Vorstand darüber hinaus Nicole Knust, Anja Bernd, Tobias Fischer, Marcus Engelke, Lothar Reinecke sowie Silke Hable an.

Natürlich standen bei der Mitgliederversammlung auch die sonstigen Regularien an. Dieter Bernd verlas seinen Jahresbericht, indem er die unseligen Querelen mit Georg Lenz ebenso zur Sprache brachte wie die positiven Ereignisse des abgelaufenen Vereinsjahres. So verlas er die Zahlen der aufgenommenen und vermittelten Tiere und stellte fest, das Tierheimteam habe 2019 vorbildliche Arbeit bei Pflege und Vermittlung der aufgenommenen Hunde und Katzen geleistet. „Dass unsere Mädels tagtäglich mit ganz viel Herzblut für die Tiere da sind, das gehört mal in aller Deutlichkeit gesagt“, fasst Bernd zusammen. „Und das haben sie auch durch die ganzen Querelen hindurch und trotz der Corona-Pandemie ungebrochen engagiert getan!“

Und das, obwohl sich auch Tierheimleiterin Anja Bernd wiederholt Schikanen ausgesetzt sah: So erstattete Lenz gleich zweimal Anzeige gegen sie mit dem Vorwurf der Unterschlagung. Beide Male wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft schon nach kurzer Zeit eingestellt. Selbst völlig unbeteiligte Vereinsmitglieder, die weder Teil des Tierheimteams noch des Vorstands waren oder sind, wurden vom abgewählten Vorsitzenden behelligt: Ein Mitglied war wiederholt am Arbeitsplatz angerufen und unter Druck gesetzt worden – so sehr, dass die Betroffene sich handfest bedroht fühlte. „Natürlich haben wir über all das auch unseren Anwalt in Kenntnis gesetzt,“ stellte Dieter Bernd klar.

Auf die Palme bringt die Tierschützer, dass das Tierheim Würzberg gerade in jüngster Zeit häufig sehr negativ dargestellt werde: Dies oft ausgerechnet von Menschen, die mit dem Tierheim bislang nie etwas zu tun gehabt, geschweige denn sich im Verein, im oder für das Tierheim je selbst engagiert hätten.

Dabei wandte Bernd auch an einen anwesenden Vertreter der Stadt Erbach kritisch das Wort: „Wenn wir mal einen Wellensittich nicht aufnehmen können – Kleintiere dürfen wir übrigens seit 2010 aus Gründen der Raumkapazität keine mehr aufnehmen, was auch allen Kommunen bekannt war und ist – dann wird uns das sofort negativ ausgelegt“, so Bernd. „Dass unsere Damen aber zigmal übers Jahr kleine Katzen mit der Flasche aufziehen, was bedeutet, Tag und Nacht alle zwei Stunden zu füttern: Das sieht niemand, danach fragt auch niemand. Auch dass sie immer wieder auch nachts rausfahren, etwa wenn die Polizei Unterstützung braucht oder ein Tier bringt, sieht niemand!“

Hingegen habe die Stadt Erbach vor einigen Wochen gar die Stadtpolizei zum Tierheim geschickt, um nachzuschauen, ob schon gebaut werde: „Aber hat in der ganzen Zeit zum Beispiel mal irgendwer von Seiten der Kommunen nachgefragt, wie’s dem Tierheim in der Corona-Zeit geht oder ob man uns irgendwie unterstützen kann?“

Bezogen auf den noch immer nicht begonnenen Neubau führte Bernd aus: „Der ‚rote Punkt‘ war da. Wir hätten anfangen können.“ Dass man es nicht getan habe, lag unter anderem daran, dass der abgewählte Vorsitzende Lenz wichtige Vereinsdokumente wie eben die Baugenehmigung samt „rotem Punkt“ wochenlang einbehalten habe: „Die Herausgabe mussten wir einklagen!“

Darüber hinaus habe auch das von Lenz angestrengte Gerichtsverfahren zu der erneuten Verzögerung geführt: „So lange das Urteil nicht gesprochen war, haben wir im Vorstand einstimmig beschlossen, keinen Stein anzufassen: Denn wäre am Ende gegen uns geurteilt worden, hätte es geheißen, wir hätten unrechtmäßig mit dem Neubau begonnen. Dann wäre der geschäftsführende Vorstand haftbar gewesen – und den Schuh ziehen wir uns nicht an!“

Mit derlei wird sich aber im Januar 2021 noch das Gericht zu beschäftigen haben, denn der Tierschutzverein Odenwald hat Zivilklage auf Schadensersatz eingereicht: Nachdem nach nur drei Monaten Vereinsvorsitz, in denen sich „alles zunächst einmal wirklich gut angelassen“ hatte, Georg Lenz angefangen habe, im Stile eines Alleinherrschers eigene Wege zu gehen, habe dieser auch größere Ausgaben ohne jegliche Rücksprache mit dem übrigen Vorstand getätigt. Gekauft worden seien etwa Beton-Bodeneinläufe für den Neubau: „Diese können und dürfen wir überhaupt nicht verwenden, da sie sich kaum reinigen lassen – was etwa bei Durchfallerkrankungen aus Hygienegründen extrem wichtig ist.“ Doch es kam noch schlimmer: „Zwar gab es noch nicht mal die Bodenplatte des Neubaus, doch Lenz bestellte ohne Wissen des übrigen Vorstands für mehrere tausend Euro schon einmal Dachstühle für die Zwinger des geplanten Neubaus.“

Da für die Zeit, in der Lenz den Vorsitz und seine Frau Jutta die Kassenführung des Vereins innehatten, im Zuge der Kassenprüfung Ungereimtheiten auftauchten, erteilten die versammelten Mitglieder hier keine Entlastung. Entlastung wurde ausschließlich dem im September mit Lenz‘ Abwahl neu gewählten Vorstand und der neuen Kassenwartin Anika Engelke erteilt – und zwar einstimmig.

„Im Jahr 2019 hatten wir mehrere zehntausend Euro an Spenden erhalten“, resümierte der Vorsitzende. „Seitdem ist das, bedingt durch die ganzen Querelen und das damit verbundene negative Bild in der Öffentlichkeit, auf einen kleinen vierstelligen Betrag zusammengeschmolzen.“ Der Vereinsvorstand habe stets satzungsgemäß und nach geltendem Vereinsrecht gehandelt und sich somit nichts vorzuwerfen. Nun hoffe man, dass endlich wieder Ruhe einkehren könne und das Vertrauen der Bürger bald zurückkehre.

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